Rebecca Erken
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Rebecca Erken

Düsseldorf-Medienhafen

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Journalistin. Redakteurin. Freischwimmerin.

Schreibt. Schon immer. Punkt.

"Sie ist ein fröhlicher Mensch, aber wenn sie von ihrer Flucht erzählt, fällt sie in sich zusammen. Dann ist Theresa auf einmal kaum zu verstehen. Sie flüstert, wird immer leiser, als könne sie das, was sie erlebt hat, niemand anderem zumuten. Schon gar nicht den Menschen, die sie aufgenommen haben. Denjenigen, die in einem Land leben, in dem es Parkleitsysteme, Grünstreifen und Dunstabzugshauben gibt. Als könne man dieses Grauenhafte, Furchtbare, hier, wo alles seine Ordnung hat, erst recht nicht aussprechen. Wie kann man das Unsagbare sagbar machen?"

       aus: Ein neues Zuhause, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 10.05.15

 

"Am Malecón, diesem poetischen Ort, an dem das Meer gegen die Stadtmauer von Havanna peitscht, an dieser Uferstraße, an der sich die Kubaner treffen und sehnsüchtig gen Horizont blicken, ist Gabriel gestrandet. Laut verkündet er, dass Fidel Castro ein Lügner sei, dass die Kubaner eine Demokratie wollen. Er sei ein politisch Unterdrückter. Er echauffiert sich so sehr, redet sich so sehr in Rage, dass er seine Flasche Rum vergisst. Sagen Betrunkene die Wahrheit? Gabriel jedenfalls zieht weiter am Malecón entlang, um das zu sagen, was sich sonst niemand traut.

Es ist das Kuba, das manche Touristen nie kennenlernen werden. Sie sehen von der Insel nur das, was sie sehen sollen. Sie wagen sich nicht aus ihrem All-inclusive-Resort heraus. Der einzige Kubaner, den sie treffen, ist der, der ihnen die Handtücher für den Traumstrand austeilt. Aber der heißt immerhin Fidel."

aus: Der falsche Fidel, ZEIT ONLINE, 02.03.15

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